20.05.2011: Who killed Bambi? – Vortrag zum „Antispeziesimus“

Über das regressive Bedürfnis deutscher Tierfreundinnen und Tierfreunde
Vortrag und Diskussion mit Jan Gerber und Michael Bauer

20.05.2011, 19:00
Seminarraum 207, Carl-Zeiß-Str. 3

Der Veganismus ist elementarer Bestandteil des geistigen Repertoires deutscher Alternativkultur. Vegane „Volxküchen” sind aus autonomen Jugendzentren, besetzten Häusern und linksradikalen Sommercamps genauso wenig wegzudenken wie schwarze Kapuzenpullover und Handlungsanleitungen zur Verbesserung der Welt. Das Engagement gegen Tierquälerei scheint zwar auf den ersten Blick nicht verwerflich. Doch spätestens seit auch Nazis „Go-Vegan“-Shirts tragen, wird offenbar, dass viele Tierfreundinnen und Tierfreunde noch ganz andere ideologische Munition geladen haben. Wenn vegane Tierrechtler offen von den „Mächten des Bösen“ fabulieren, vom „Vegan Jihad“ träumen und ihre Avantgarde bereits das „sanfte Verschwinden der Menschheit von der Erde“ predigt, wird deutlich, dass hinter der Entscheidung, auf Tierprodukte zu verzichten, ein politisches Konzept steht. Gezeigt werden soll, warum die Tierfreunde mit ihrer antispeziesistischen Forderung nach der Gleichsetzung von Mensch und Tier lediglich exekutieren, was ohnehin auf der Tagesordnung steht. Es soll zugleich um die Beantwortung der folgenden Fragen gehen: In welcher Tradition steht die vegane Tierrechtsbewegung? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Tierliebe und Menschenhass? Und: Woher stammt das obsessive Verhältnis veganer Tierrechtlerinnen und Tierrechtler zu Splattervideos aus Schlachthöfen und Fotos von zerstückelten Tieren, ohne die offenbar keine ihrer Kampagnen auskommt?

Es sprechen Michael Bauer und Jan Gerber. Beide gehören zum Diskussionskreis „Materialien zur Aufklärung und Kritik“ (www.materialien-kritik.de) in Halle.